Ein paar technische Fragen

Wasserpumpe ohne Strom
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Ostalbbulli
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Re: Ein paar technische Fragen

Beitrag von Ostalbbulli » Do 4. Apr 2024, 00:10

Mit Hubhöhe meinte ich die Förderhöhe. Sorry.

Das Standrohr steht auf dem Betonkasten und die Oberkante vom Standrohr ist dann auf gleicher Höhe wie der Einlauf. Meine Skizze ist nicht sehr Maßstabsgerecht.

Gruß Robert
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Plunschmeister
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Re: Ein paar technische Fragen

Beitrag von Plunschmeister » Do 4. Apr 2024, 10:15

Mal zu deinem Widder:
https://www.youtube.com/shorts/1RYLEmi5iVw

Der Widder läuft sehr hart. Die Förderleitung bewegt sich. Der Wasseraustritt oben in der Steigleitung pulsiert mit dem Widderschlag.
Normalerweise wird der Widder jetzt demnächst stehenbleiben.

Die federnde Wirkung vom Winkessel fehlt, die Luft ist fast aufgebraucht. Hier brauchste eventuell eine Belüftung vom Druckkessel.


Würde auch, wie Thoralf bereits vorgeschlagen hat, die jetzige PE-Leitung durch ein Stahlrohr ersetzen. 6 x Fallhöhe, dadurch wird die Wassersäule etwas langsamer, hat aber mehr kinetische Energie. Die Widderstöße sollten etwas langsamer werden, wobei die Hubleistung aber gleich bleibt.
Was würde ich für eine Hubhöhe erreichen wenn ich so bauen würde und mit welcher Wassermenge könnte ich rechnen?
Die Fördermenge ist abhängig vom Höhenverhältnis, Fallhöhe zur Förderhöhe.
Beispiel:
1m Fallhöhe treibt das Wasser 2m, 2m Fallhöhe treibt das Wasser 4m, 3m Fallhöhe treibt das Wasser 12m in die Höhe, etc. Das Verhältnis ist dann hier 1:2: es werden 40% der Triebwassermenge gefördert.
1m Fallhöhe treibt das Wasser 4 m in die Höhe, 2m Fallhöhe = 8m, etc. Das Verhältnis ist 1:4 : es werden 17 % der Triebwassermenge gefördert.
1m Fallhöhe treibt das Wasser 17m in die Höhe = 1:17= 1,7% der Triebwassermenge wird gefördert.
Also einfach ausgedrückt, je größer das Höhenverhältnis H:h ist, umso weniger Wasser wird gefördert.

Der Widder ist eine "Verhältnismaschine", richtig im Gelände platziert fördert er auch ordentlich Wasser.

Hast du schon einmal die Einlaufhöhe oben im Bach zum Trogstandort niviliert? Eventuell funktioniert ja eine einfache "Druckleitung" durchs Tal zum Trog.
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Gruß PM
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Plunschmeister
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Re: Ein paar technische Fragen

Beitrag von Plunschmeister » Do 4. Apr 2024, 10:22

2. Müsste der der Auslauf des Standrohres nicht besser unten sein? Die Höhe des Wasserspiegels (1 m) ist zwar in beiden Fällen gleich, aber der Wasserwiderstand ist in dem großen Rohr geringer, damit würde mehr Energie übrigbleiben, um das Wasser in die Triebleitung zu drücken. (das ist aber eher eine gefühlte Annahme von mir)

Plunschmeister hatte hier http://brunnen-forum.de/viewtopic.php?t=442 etwas zum Standrohr geschrieben, inkl. Videos (@PM: Du hattest in dem Beitrag beide Varianten des Anschlusses der Triebleitung - in einer Skizze oben, in einer Skizze unten?)
Hallo Thoralf,
ja genau - es sind zwei verschieden Möglichkeiten:
Ein-und Auslauf Standrohr unten, bewirkt eine Verkürzung der Triebleitung. Das Standrohr wird auf die Triebleitung "aufgesetzt" und wird bei sehr langen Triebleitungen angewendet und ersetzt praktisch einen aufwändigen Triebschacht.

Einlauf unten & Auslauf oben im Standrohr wird zur Wasserspiegelerhöhung im flachen Flußbett angewendet, um die erforderliche Triebhöhe zu erreichen, i.d.R 1m.
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Re: Ein paar technische Fragen

Beitrag von Ostalbbulli » Mo 15. Apr 2024, 10:45

Kleiner Zwischenbericht,
der Widder läuft nun seit einer Woche durch (24/7) und fördert 0,6 Liter/Minute. Habe zum Test eine 20 Meter lange PE Triebleitung in 1 Zoll und einen Höhenunterschied Einlauf Triebleitung/Widder von 2,5 Meter. Der Widder läuft wie erwartet langsam und macht 45 Pumpimpulse in der Minute. Das Standrohr (1 Meter hoch) ist in Arbeit und wird dann durch eine 50 Meter lange DN40 PE Leitung gefüllt. Das Standrohr wird 2,5 Meter Fallhöhe mit 9 Meter DN32 Leitung zum Widder bringen. Es steht außerhalb vom Bach und in einer Position oberhalb vom Widder. Habe das mit einem Fass (200 Liter) getestet, der Widder brachte über 3 Liter pro Minute.
Im Ausdehnungsgefäß habe ich 3 bar Luft eingefüllt.
Ich werde berichten und ein Video hochladen wenn alles fertig ist.

Gruß, Robert
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Re: Ein paar technische Fragen

Beitrag von Ostalbbulli » Di 21. Mai 2024, 11:53

Hallo Gemeinde,
nach dem der Widder nun einen Monat Störungsfrei gelaufen ist habe ich ein paar Änderungen vornehmen wollen. Ich habe gedacht ich probiere es mal mit einem größeren Stoßventil (1 1/2") was aber dann nicht funktionierte. Das Ventil war zu schwer und wurde vom Wasserdruck nicht geschlossen.
Habe dann zurück auf das 1" Ventil gewechselt und der Widder lieferte wieder die 0,7 Liter pro Minute. Standrohr ist immer noch nicht fertig, daher dachte ich, lebe damit (vorerst) und lass das Wasser direkt in den Trog bei den Pferden laufen. Kleiner Schlauch als Überlauf und alles war gut.
Am nächsten Tag die Überraschung! Der Paddock war geflutet, der Trog am überlaufen. Dachte ich sehe nicht richtig. Der Widder bringt seit einer Woche nun schon deutlich mehr Wasser. Hier mal ein kurzes Video:

Klick mich ich bin ein Link

und so arbeitet er:

Ich bin auch ein Link

Jetzt suche ich eine Erklärung. Der Widder wurde nicht verändert, er liefert zwischen 5,5 und 6 Liter pro Minute. Fallhöhe immer noch rund 2,5 Meter bei 22 Meter Triebleitung. Leitungslänge vom Widder zum Trog 300 Meter. So kann es ja bleiben und ich bin glücklich.

Gruß, Robert
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