Auswahl einer neuen Tiefbrunnenpumpe

und Tauchpumpen
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Uli S.
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Registriert: Sa 11. Apr 2026, 13:52

Auswahl einer neuen Tiefbrunnenpumpe

#1

Beitrag von Uli S. »

Hallo zusammen,

ich stehe aktuell vor der Auswahl einer neuen Tiefbrunnenpumpe und würde gerne eure Empfehlungen hören.

Rahmendaten zu meinem Brunnen:
- Tiefe: 20 m
- Grundwasserspiegel: ca. 12 m
- Brunnenrohr: DN100
- Pumpe hängt ca. 1,5 m über dem Boden im Filterrohr
- Problem: feiner Sand, der sich im Hauswasserfilter sammelt (Filter ca. alle 4 Monate voll)

Nutzung:
- Hauswasserversorgung (Toilette + Waschmaschine)
- Gartenbewässerung
- Teilweise parallele Nutzung
- Ganzjähriger Betrieb

Anlage:
- Hauswasserfilter mit Druckminderer (auf 6 bar eingestellt – nur als Begrenzung)
- Druckschalter + Trockenlaufschutz vorhanden
- 30 L Ausdehnungsgefäß

Anforderungen an die Pumpe:
- ca. 3000 l/h Förderleistung (real im Betrieb)
- möglichst geringer Stromverbrauch
- gute Sandverträglichkeit (sehr wichtig)
- langlebig und robust

Bisherige Pumpe:
Agora-Tec 3" (550 W, ca. 3200 l/h, max. 7,9 bar)
→ hat nach ca. 6 Jahren den Dienst quittiert

Meine Fragen:
1. Welche Pumpe würdet ihr unter diesen Bedingungen empfehlen?
2. Lohnt sich eurer Meinung nach der Aufpreis für Markenpumpen (z. B. Pedrollo, Grundfos) in so einem Fall?

Vielen Dank vorab für eure Unterstützung!
Uli
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Eriberto
Beiträge: 1187
Registriert: So 15. Jun 2014, 12:51

Re: Auswahl einer neuen Tiefbrunnenpumpe

#2

Beitrag von Eriberto »

Hallo Uli und willkommen im Forum.

Die TBP (Tiefbrunnenpumpe) sollte prinzipiell mindestens einen Meter oberhalb der Filterstrecke hängen, jedenfalls nicht in der Filterstrecke. Ebenfalls muss zu jeder Zeit (Jahreszeit) im Betrieb eine Mindestüberdeckung von ebenfalls einem Meter gewährleistet sein.

Dies vorausgeschickt. Wie ergiebig ist denn der Brunnen, würde das mit den vorherigen Bedingungen passen? Wenn ja, unabhängig davon welche Pumpe es wird, wäre dies meine erste Empfehlung und könnte sich bereits positiv auf den Sandeintrag auswirken.
Wie ist denn der Brunnen aufgebaut (Rohrtour, Filterweite)?
Jetzt zu deiner eigentlichen Frage nach den Markenpumpen: ich stehe auf dem Standpunkt, dass eine günstige Pumpe (<€200,-) vollkommen ausreichend ist, sofern die Parameter (Kennlinie) zur Anwendung passen.
Die theoretische Reparierbarkeit mancher Markenpumpen ist zwar unter Betrachtung der Nachhaltigkeit begrüßenswert, aber wie es 'Murphy so will' gehen Geräte ja immer dann kaputt, wenn diese dringend benötigt werden. Dann greift man meist ohnehin zu einer verfügbaren und günstigen Variante.

Ich habe bisher gute Erfahrungen mit genannten günstigen Pumpen. Ich betreibe diese allerdings auch mit einem Freqenzumrichter (VFD), was sich vielleicht auch positiv auf die Lebensdauer auswirkt.
Mal schauen, was die Mitforianer noch so zum Besten geben.
Gruß
Florian
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Thoralf
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Registriert: Di 21. Apr 2020, 08:28

Re: Auswahl einer neuen Tiefbrunnenpumpe

#3

Beitrag von Thoralf »

Schade dass es hier im Forum nicht die Möglichkeit gibt, einen nach oben zeigenden Daumen dazulassen. Hätte ich sonst bei Deiner Antwort getan udn gut is. 8-)

Hi Uli,

eine Anmerkung zu Deinen Pumpendaten:
"max 3.200 l/h" und "3.000 l/h im Normalbetrieb" passt nur zusammen, wenn Du wenig Druck hast.

Aber egal, dies nur nebenbei. Ich halte für Deine Anwendung 7,9 bar für etwas zu groß gewählt. Ich würde eher eine Nummer kleiner empfehlen, mit irgendwas um 55 m Förderhöhe. Dann kannst Du auch den Druckminderer weglassen. Wenn ich bei Grundfos¹ in der Kennlinie der SP 3A-9 klicke (55 m, 4.200 l/h) 12 m statische Höhe eintrage und bei 3.000 l/h in die Kennlinie klicke, dann landet man bei 40 m, das macht dann 2,8 bar. https://product-selection.grundfos.com/ ... ant-curves

LG
Thoralf

¹Das soll keine Vorfestlegung auf eine bestimmte Marke sein, aber das Tool von Grundfos ist sehr anschaulich und gut bedienbar.
Der Elektroingenieur in mir meint: "Wasser braucht Strom" 8-)
Meine Projekte gibt es auch in meinem Blog:
https://blende-acht.blogspot.com/search/label/Brunnen
https://blende-acht.blogspot.com/search/label/Pumpe
Uli S.
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Re: Auswahl einer neuen Tiefbrunnenpumpe

#4

Beitrag von Uli S. »

Hallo Florian,
hallo Thoralf,

vielen Dank euch beiden für die hilfreichen Hinweise und eure Einschätzungen!

Das Thema mit der Position der Pumpe ist ein guter Punkt – aktuell hängt sie tatsächlich im Filterbereich. Das werde ich bei der neuen Installation auf jeden Fall berücksichtigen und die Pumpe entsprechend höher setzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das positiv auf den Sandeintrag auswirkt.

Zur Ergiebigkeit des Brunnens: Mit der bisherigen Pumpe gab es über die Jahre keine Probleme hinsichtlich Trockenlaufen oder Leistungsabfall, daher gehe ich davon aus, dass das grundsätzlich passt. Angaben zur Filterweite bzw. zum genauen Aufbau habe ich leider nicht vorliegen.

Den Hinweis zur Förderhöhe bzw. zum Druck finde ich ebenfalls sehr hilfreich. Vermutlich war die bisherige Pumpe tatsächlich etwas zu „stark“ ausgelegt.

Aktuell liebäugele ich mit folgenden Modellen:
- Pedrollo 3SR 4/12
oder
- Pedrollo 3SR 4/17.

Soweit ich das recherchiert habe, haben diese Pumpen eine recht hohe Sandverträglichkeit (floating impellers etc.) und liegen preislich noch im Rahmen. Gerade im Vergleich zu Grundfos erscheinen sie mir als guter Kompromiss aus Robustheit und Preis.

Die Grundfos-Pumpen gefallen mir zwar durch die integrierte Regelung und die konstante Druckhaltung sehr gut – ein Bekannter betreibt so eine seit über 25 Jahren ohne Ausfall – allerdings bin ich aktuell nicht bereit, den deutlich höheren Preis zu investieren.

Wie seht ihr die beiden Pedrollo-Modelle für meinen Anwendungsfall?
Würdet ihr eher zur 4/12 oder zur 4/17 greifen – insbesondere im Hinblick auf Effizienz, Verschleiß und Betriebssicherheit?

Vielen Dank euch und viele Grüße
Uli
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Thoralf
Beiträge: 903
Registriert: Di 21. Apr 2020, 08:28

Re: Auswahl einer neuen Tiefbrunnenpumpe

#5

Beitrag von Thoralf »

Moin Uli,

auf der Pedrollo-Webseite https://www.pedrollo.com/de/product/unt ... umpen/3sr/ findet man das Datenblatt als pdf https://www.pedrollo.com/wp-content/upl ... t_50Hz.pdf und darin die Kennlinien.

Die 3SR4-12 (P2 550 W) hat bei 3 m³/h eine Förderhöhe von 38 m. Abzüglich Deiner 12 m Wassertiefe bleiben dann 26 m, also ca. 2,6 bar
Die 3SR4-16 (P2 750 W) hat bei 3 m³/h eine Förderhöhe von 50 m. Abzüglich Deiner 12 m Wassertiefe bleiben dann 38 m, also ca. 3,8 bar
(eine -17 gibt es im Datenblatt nicht)
Die "4" steht offenbar für 4 m³/h als Nenn-Wert der Pumpe.

Alle Druckwerte abzüglich Rohrverlust. Und angegeben auf Höhe Garten-Niveau. Wenn Du damit evtl. noch im Haus ein Stockwert höher müsstest, kommt das als statische Höhe noch hinzu.
Also für Gartenbewässerung und Druck im Haus ist 2,5 bar schon ein guter Wert (an meiner elektronischen Inverter-Konstantregelung habe ich aktuell 2,4 bar eingestellt). Das ist ein ordentlicher Druck für Rasensprenger und ein normaler Gardena-Rechteck-Sprenger nimmt bei 2,5 bar ca. 800-900 l/h. Das reicht also für drei davon gleichzeitig.

Ich selbst würde die kleinere Pumpe nehmen, vor allem weil Du "möglichst geringer Stromverbrauch" schreibst. Die angegeben Leistungswerte P2 sind die für die mechanische Leistung an der Motorwelle. Die Elektrische Leistung P1 ist höher. Im Datenblatt sind 61% Wirkungsgrad angegeben, also P1 wären dann etwa 900 Watt. Die 550-Watt-Pumpe entspräche von der leistung her auch Deiner vorhandenen. Und selbst wenn Du bis zum Haus noch etwas zusätzlichen Druckverlust hast: Die Klospülung bekommst Du auch mit 2 bar gefüllt. Bei Waschmaschinen kenne ich mich allerdings nicht aus.

Da beide Pumpen selbst als Maximalwert weniger als 6 bar liefern, kannst Du den Druckminderer ersatzlos rausnehmen.

LG
Thoralf
Der Elektroingenieur in mir meint: "Wasser braucht Strom" 8-)
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Eriberto
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Registriert: So 15. Jun 2014, 12:51

Re: Auswahl einer neuen Tiefbrunnenpumpe

#6

Beitrag von Eriberto »

Moin zusammen.

Ich schließe mich Thoralfs Ausführungen vorbehaltlos an.
Gruß
Florian
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Thoralf
Beiträge: 903
Registriert: Di 21. Apr 2020, 08:28

Re: Auswahl einer neuen Tiefbrunnenpumpe

#7

Beitrag von Thoralf »

N'Abend,

ein Nachtrag noch, zum Druck für Klospülung und Waschmaschine. Die von mir genannten Druckwerte waren für 3.000 l/h angegeben, also wenn z.B. im Garten drei Sprenger laufen. Nur dann sind im Haus auch nur 2,5 bar vorhanden. Bei geringerer Wasserförderung, also z.B. ein Sprenger oder gar nichts weiter, dann liegst Du bei 44 m abzüglich 12 m statischer Höhe, also ca. 3,2 bar. Und das dürfte der Normalfall über die meiste Zeit des Jahres sein, denn wann hat man schon mal die Regner eingeschaltet. ;)

LG
Thoralf
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