Osna Hauswasserautomat

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Thoralf
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Re: Osna Hauswasserautomat

#11

Beitrag von Thoralf »

Moin!

Ich habe hier: https://blende-acht.blogspot.com/2014/0 ... chnik.html ein paar Fotos von meiner Kolbenpumpe. Ein anderes Fabrikat, aber die Technik dürfte überall ähnlich sein. Im letzten Foto ist das Schnüffelventil zu sehen. Außen ist eine Schraube aus Messing, mit einer Belüftungsbohrung. Innen ein Gummiteil, das die Luft bei Unterdruck (Kolben wird zurückgezogen) einströmen lässt und bei Überdruck (Kolben wird vorwärts gedrückt) schließt. Wenn man die Schraube öffnet, ist bei meiner Pumpe ein typisches Schnüffeln zu hören, im Takt der Kolbenbewegung, so ein Pft - pft - pft ...

Kann sein, dass das Schnüffelteil aus Gummi defekt ist. Versprödet, zu hart, wasauchimmer. Die Guglesuche nach Schnüffelventil Gummi liefert Dir Ersatzteilquellen.
Steffens Pumpen, die Dir das auch liefern können ( https://www.steffens-pumpen.de/pumpen-f ... /index.php ), haben ein Erklärvideo dazu gemacht:


Luft ohne Vordruck (Kessel entleeren) funktioniert, aber wie Peter schon schrieb, fehlt dann Volumen. Das hat physikalische Gründe. Die Formel dazu steht in diesem Beitrag: viewtopic.php?p=19404#p19404 Da steht oben auf dem Bruchstrich ("p_0 + 1 bar)". D.h. Wenn der empfohlene Vordruck sonst 2 bar ist und jetzt 0 bar (mit einem leeren luftgefüllter Kessel), dann hast Du nur ein Drittel des sonst nutzbaren Kesslevolumens. Mit der Folge einer dreifach höheren Taktung. Aber das ist immer noch besser als gar keine Luft.

LG
Thoralf
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PeterB
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Re: Osna Hauswasserautomat

#12

Beitrag von PeterB »

PeterB hat geschrieben: Mi 29. Jul 2026, 13:43ich meine, über das Schnüffelventil wird im Betrieb immer etwas Luft in den Tank befördert um dort den schleichenden Luftverlust auszugleichen.
Damit habe ich wohl falsch gelegen. Nach dem Video ist das Ventil normalerweise geschlossen und wird nur bei Bedarf geöffnet.

Bedarf ist gem. dem Video, wenn der Wasserstand über die halbe Höhe ansteigt. Das muss man im Auge behalten. Wie eigentlich bei jedem Winkessel.
Meine FAQ zum Thema:
"Presscontrol, Durchflusswächter, Druckwächter und Co".
chaotic
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Re: Osna Hauswasserautomat

#13

Beitrag von chaotic »

Würd es etwas bringen, noch mehr Wasser (statt den kompletten Tank) zu entnehmen?
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Thoralf
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Re: Osna Hauswasserautomat

#14

Beitrag von Thoralf »

Mehr Wasser als den kompletten Tank kannst Du nicht entnehmen. :)
Ansonsten kannst Du das aber, wenn Du Dein Schnüffelventil repariert hast, selbst ausprobieren. Kaputtgehen kann davon nichts.

Der Wasserspiegel im Tank steigt bei laufender Pumpe und sinkt bei Wasserentnahme und stehender Pumpe. Am niedrigsten ist der Wasserstand, wenn p_min erreicht ist und der Druckschalter die Pumpe einschaltet. Je weniger Wasser beim Einschaltzeitpunkt der Pumpe im Tank ist, desto besser für den Betrieb der Anlage. Denn dann ist das Luftvolumen maximal - denn nur Luft kann komprimiert werden und damit Druck speichern. Wasser kann Druck nicht speichern, weil es nicht komprimiert werden kann.

Bis zum Druckaufbau der Pumpe vergeht etwas Zeit. Grenzwert für den minimalen Wasserstand ist, dass noch mindestens so viel Wasser drin sein muss, um die Wasserlieferung aus dem Druckkessel für diese Anlaufzeit weiter gewährleisten zu können. Das schlimmste was bei bei zu viel Luft im Tank und zu wenig Wasservorrat passieren kann, ist einfach nur, dass dann Luft aus dem Kessel entweicht. Nicht weiter schlimm, allenfalls könnten Druckschläge auftreten, wie man sie auch bei leergelaufenen Leitungen hat.

Wenn Deine Anlage wieder richtig läuft, könntest Du Deine auf diese Weise selbst ermittelten Grenzen (max. Wasserstand bei Ausschalten der Pumpe und min. Wasserstand bei Einschalten der Pumpe) am Schaurohr markieren. Dann kannst Du bei laufender Pumpe über das Schnüffelventil die richtige Menge Luft bis zur oberen Markierung nachfüllen. (Es könnte je nach Lage des Schaurohrs am Kessel auch sein, dass der untere Wasserstand am unteren Rand des Schaurohrs oder sogar tiefer liegt)

LG und HTH
Thoralf
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Plunschmeister
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Re: Osna Hauswasserautomat

#15

Beitrag von Plunschmeister »

https://www.steffens-pumpen.de/pumpen-f ... ce/faq.php

Unter Punkt: Wie groß sollte das Luftpolster sein.
„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft" Jules Verne (1870)
* 2712193509122015*
Gruß PM
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Re: Osna Hauswasserautomat

#16

Beitrag von chaotic »

Ihr habt das Problem gelöst. Mega Community. <3

Vielen Dank für die ganzen Antworten.

Zwei Fragen stellen sich mir dennoch:
  • 1. Das Schnüffelventil hat beim Pumpen immer Wasser gelassen. Ist das normal oder ein Zeichen für ein defektes Ventil? Nach dem ersten Pumpvorgang hab ich das Schnüffelventil wieder geschlossen.
  • 2. Das Schaurohr scheint immer noch verstopft und füllt sich nun gar nicht mehr. Kann ich das jetzt nochmal ausbauen und versuchen zu reinigen oder läuft mir der Tank dann wieder leer? (Schauglas hat keine separaten Ventile)
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Thoralf
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Re: Osna Hauswasserautomat

#17

Beitrag von Thoralf »

1. Ich schrieb oben: "Innen ein Gummiteil, das die Luft bei Unterdruck (Kolben wird zurückgezogen) einströmen lässt und bei Überdruck (Kolben wird vorwärts gedrückt) schließt." Wenn das Gummiteil z.B. defekt oder ganz ab sein sollte, dann kann es in der Druckphase der Pumpe nicht schließen Und dann kommt Wasser aus dem Schnüffelstück (Reminiszenz an den Werner-Film :D ).

2. Ja, dann läuft der Tank leer.

Wie hast Du das Problem (temporär) gelöst? Tank leer laufen lassen oder Druck über Kompressor in den Kessel?

LG
Thoralf
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Lommel
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Re: Osna Hauswasserautomat

#18

Beitrag von Lommel »

Du solltest diese Pumpe eh mal überholen lassen - denn da scheint nicht nur das Schnüffelstück defekt zu sein oder warum steht dort auch noch eine Schale (und warum ist das Metall über dieser Schale rostig)?
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Thoralf
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Re: Osna Hauswasserautomat

#19

Beitrag von Thoralf »

Plunschmeister hat geschrieben: Do 30. Jul 2026, 10:20 https://www.steffens-pumpen.de/pumpen-f ... ce/faq.php

Unter Punkt: Wie groß sollte das Luftpolster sein.
Jo, da steht "halb voll" drin. Wahrscheinlich ein guter Richtwert.

Habe grad nachgerechnet, weil's mich jetzt interessiert hat:

Die Formel dafür ist p * V / T = const. Bei gleicher Temperatur kann man T in der Formel weglassen.

p_1 * V_1 = p_2 * V_2

V_2 = p_1 * V_1 / p_2 bzw. V_2 = V_1 * p_1/p_2

Mal für das Beispiel, dass bei einem 300 Liter Kessel am Druckschalter 4 bar und 2 bar eingestellt sind:
Anm.: gerechnet werden muss mit absoluten Druckwerten, also zuzüglich 1 bar atmosphärischer Druck. Also mit 5 bar und 3 bar.
5/3 = 1,66666
Das Luftvolumen von 150 Liter (bei 4bar) dehnt sich auf 250 Liter (bei 2 bar) aus. 100 Liter ist das nutzbare Volumen. 50 Liter Wasser bleiben dann im Tank, als Reserve bis die Pumpe richtig fördert.

Würde man das Luftvolumen erhöhen auf 170 Liter beim Ausschalten (d.h. Wasserstand etwas unterhalb der Mitte des Behälters), dann dehnt sich das Luftvolumen auf 283 Liter aus. Nutzbares Volumen wäre dann 113 Liter. 10 Prozent mehr. Kein großer Unterschied.

Allerdings ist 4 bar für eine 4 bar-Pumpe (wie meine eigene) etwas viel. Mal für 3 bar / 2 bar gerechnet:
4/3 = 1,3333
150 Liter dehnen sich auf 200 Liter aus, das nutzbare Volumen ist dann 50 Liter - und 100 Liter Wasser bleiben als Reserve.
Da wäre es besser, den Wasserstand so einzustellen, dass beim Abschalten 200 Liter Luft (100 Liter Wasser) im Tank sind. Bis zum Ausschalten dehnt sich die Luft auf 266 Liter aus, das nutzbare Volumen wäre dann 66 Liter, ein Drittel mehr als bei der empfohlenen Einstellung des Wasserspiegels. Und es bleiben immer noch 34 Liter als Reserve.

Sorry für die Zahlenspielereien. Was ich daraus gelernt habe:
* Mit der Faustregel "Tank halb voll beim Ausschaltzeitpunkt" macht man nichts falsch.
* Man kann das nutzbare Volumen des Kessels je nach Ein-/Ausschaltdruck noch etwas optimieren, durch passende Einstellung des Wasserstamds (beim Ausschaltdruck).

LG und Gute Nacht
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Thoralf
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Re: Osna Hauswasserautomat

#20

Beitrag von Thoralf »

Lommel hat geschrieben: Do 30. Jul 2026, 21:38 Du solltest diese Pumpe eh mal überholen lassen - denn da scheint nicht nur das Schnüffelstück defekt zu sein oder warum steht dort auch noch eine Schale (und warum ist das Metall über dieser Schale rostig)?
Hi Lommel,

es ist eine Kolbenpumpe. Da kann immer mal etwas Wasser am Pumpengestänge heraustropfen. Abgedichtet wird das durch eine Stopfdichtung. Diese kann man nachstellen. Das ist aber vom Arbeitsaufwand her noch unterhalb von "muss man überholen lassen".

LG
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