Brunnenbohrung im Hegau - Wie würdet ihr weitermachen?

Grundwasseranfang in jeder Tiefe möglich
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Bunnenrohr
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Brunnenbohrung im Hegau - Wie würdet ihr weitermachen?

#1

Beitrag von Bunnenrohr »

Hallo zusammen,

ich bohre aktuell einen Brunnen und hätte gerne eure Einschätzung zum weiteren Vorgehen.

Aktueller Stand:

- Bohrtiefe: ca. 8,5 m
- Bohrloch: ca. 110 mm
- Fast ausschließlich Ton
- Bei ca. 7 m eine etwa 10 cm starke Lage grauer, feuchter Feinsand
- Danach wieder sehr fester Ton
- Nun steht im loch ca 50cm Wasser weil es zwischen drin stark geregnet hat
- Der Ton ist nun sehr sehr flüssig.

Laut LGRB liege ich in den Beckensedimenten des Rheingletschers (qBRG), die als Grundwassergeringleiter eingestuft werden. In einem Baugrundgutachten aus der Nähe werden zudem gespannte Grundwasserverhältnisse und wasserführende Feinsandlagen innerhalb der Beckensedimente beschrieben. In nahegelegenen LGRB-Bohrungen wurden teilweise sogar über 50 m Beckenton/Bänderton nachgewiesen.

Problem: Mein 125-mm-Spiralbohrer konnte ich kaum den Lehm und dann Ton fördern und er passt inzwischen nicht mehr vernünftig ins Loch. Mit dem Riverside-Bohrer bekomme ich den sehr weichen Ton nicht mehr gefördert.

Mein Plan:
- Mit dem 125mm Bohrer das Loch größer bekommen
- DN100-Brunnenrohr bis 8,5 m abteufen
- Das Wasser bzw. den Schlamm mit einem Plunscher entfernen
- Anschließend innerhalb des Rohres mit Riverside oder einem noch zu bauenden Edelmannbohrer weiterbohren
- Mit dem 125mm Spiralbohrer werde ich nicht mehr in das DN100 Rohr kommen.


Fragen:

- Würdet ihr jetzt bereits das DN100-Rohr setzen?
- Macht es Sinn, das Rohr direkt mit einer 2-m-Filterstrecke abzuteufen oder zunächst nur Vollrohr?
- Könnte die feuchte Sandschicht bei 7 m bereits ein Schichtwasserhorizont gewesen sein?
- Würdet ihr trotz der bekannten mächtigen Tonfolgen noch auf eine stärkere Sand- oder Kiesschicht hoffen?
- Soll ich einen Plunscher für das Vorhaben kaufen oder eine Kiespumpe?
- Macht ein Schneidring unten am Rohr SInn?
- Soll ich eine 1m Sumpfrohr nehmen oder evtl. garkeins, wenn ich im Ton bleiben sollte?
- Wie bekomme ich zwischen dem DN100 und dem Ton noch eine Filterkiesschicht hin?

Sorry für die vielen Fragen und den langen Text......

Vielen Dank für eure Einschätzung!

Grüße
Chrisi
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Eriberto
Beiträge: 1251
Registriert: So 15. Jun 2014, 12:51

Re: Brunnenbohrung im Hegau - Wie würdet ihr weitermachen?

#2

Beitrag von Eriberto »

Hallo Chrisi und willkommen im Forum.

Nun deine Ausgangssituation ist wohl nicht gerade als günstig zu bezeichnen...

Zu deinen Fragen:

- Würdet ihr jetzt bereits das DN100-Rohr setzen?
Das wird dir jetzt noch nichts nützen, da vorab zu klären wäre, ob dein Vorhaben so überhaupt umsetzbar ist - was ich bezweifle.

- Macht es Sinn, das Rohr direkt mit einer 2-m-Filterstrecke abzuteufen oder zunächst nur Vollrohr?
Siehe erste Antwort.

- Könnte die feuchte Sandschicht bei 7 m bereits ein Schichtwasserhorizont gewesen sein?
Gemäß deiner Beschreibung könnte dies sogar das einzige Wasser sein, dass du erreichen wirst. Ich möchte keine schlechte Stimmung verbreiten, aber wiederum aufgrund deiner bisherigen Angaben halte ich einen Bohrbrunnen nicht für - hobbymäßig - umsetzbar. Ich würde stattdessen, sofern die Feinsandschicht in ca. 7m ergiebig ist, die Errichtung eines Schachtbrunnens in Erwägung ziehen.

- Würdet ihr trotz der bekannten mächtigen Tonfolgen noch auf eine stärkere Sand- oder Kiesschicht hoffen?
Dafür bräuchten wir eine funktionierende Kristallkugel ;) .

- Soll ich einen Plunscher für das Vorhaben kaufen oder eine Kiespumpe?
Macht jetzt noch gar keinen Sinn, da keines der beiden für das Fördern von Lehm/Ton geeignet ist.

- Macht ein Schneidring unten am Rohr SInn?
Siehe zuvor.

- Soll ich eine 1m Sumpfrohr nehmen oder evtl. garkeins, wenn ich im Ton bleiben sollte?
Ebenfalls siehe zuvor, ich sehe keinen funktionierenden Bohrbrunnen.

- Wie bekomme ich zwischen dem DN100 und dem Ton noch eine Filterkiesschicht hin?
Gar nicht, das dürfte aber auch nicht das Problem sein...

Wie gesagt, sehe ich aufgrund deiner Beschreibung nicht, dass ein Bohrbrunnen erfolgversprechend sein könnte. Sorry.

Gibt es denn Brunnen in der Nachbarschaft und, wenn ja, wie wurden diese ausgeführt - Schachtbrunnen?

Gruß
Florian
Bunnenrohr
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Registriert: Mo 3. Aug 2026, 23:35

Re: Brunnenbohrung im Hegau - Wie würdet ihr weitermachen?

#3

Beitrag von Bunnenrohr »

Hallo Florian,

danke für deine Einschätzung!

Ein paar zusätzliche Informationen habe ich zwischenzeitlich noch gefunden. Ich habe zwei Gutachten zu einem geplanten Neubaugebiet in der Nähe ausgewertet. Dort werden innerhalb der Beckensedimente wasserführende Feinsandlagen, Schichtwasser sowie lokal gespannte Wasserlinsen beschrieben. Außerdem wurden in mehreren Bohrungen Wasserstände auf Höhen von etwa 441 bis 442,5 m NHN festgestellt.

Mein Grundstück liegt bei ca. 448 m NHN. Bei etwa 7 m Tiefe habe ich eine rund 10 cm mächtige Lage aus feuchtem grauem Feinsand angetroffen. Von der Höhenlage würde das recht gut zu den in den Gutachten beschriebenen Wasserständen passen.

Deshalb würde mich deine Einschätzung interessieren, ob sich bei einer tatsächlich wasserführenden Feinsandlinse nicht zumindest eine gewisse Wassersäule in einem 8,5 m tiefen Bohrloch einstellen müsste.

Aktuell hadere ich noch etwas damit, die Bohrung aufzugeben, bevor ich überhaupt beurteilen konnte, ob Wasser nachläuft. Ein Schachtbrunnen ist bei mir leider keine Option. Brunnen in direkter Nachbarschaft habe ich bisher nicht gefunden. Etwa 100 m entfernt gibt es allerdings mehrere Kleingartenparzellen mit insgesamt fünf Schachtbrunnen. Dort wird vermutlich Oberflächen- bzw. Schichtwasser genutzt.

Gibt es eine Möglichkeit, die Ton-Wasser-Pampe aus dem Bohrloch zu entfernen und anschließend zu beobachten, ob und wie schnell Wasser nachläuft?
Wie würdest du in meiner Situation vorgehen, um das Bohrloch möglichst leer zu bekommen und die tatsächliche Wasserführung zu beurteilen?

Mit was soll ich das Loch eigentlich zuschütten, wenn ich aufgeben sollte :)
Kabelsand ok?

Gerne würde ich hier 2 Bilder posten, weiß aber ehrlich gesagt nicht wie.....

Viele Grüße
Chrisi

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Eriberto
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Re: Brunnenbohrung im Hegau - Wie würdet ihr weitermachen?

#4

Beitrag von Eriberto »

Hallöchen,

Bilder bitte über https://picr.de hochladen. Dort ist zwar ein kostenloser Account fällig, man wird aber nicht zugespammt (habe noch nie eine E-Mail von denen bekommen) und die Bilder sind 'auf ewig' gesichert/verfügbar.

Also zum Abpumpen könnte eine simple Saugpumpe aus dem Baumarkt ausreichen. Diese schaffen es aber physikalisch bedingt nicht, Wasser tiefer als 'um die 8 Meter' anzusaugen. D.h., die 8,5m könntest du mit Glück leerpumpen. Da es sich ja mutmaßlich lediglich um Ton-/Lehm-Schlempe handelt, dürfte eine solche Pumpe das schaffen.
Wenn dann kein Wasser nachläuft wäre es interessant zu wissen, was passiert wenn die die Rohrtour wieder soweit hochziehst, dass die Feinsandschicht freien Auslauf hat. Du schriebst ja von feuchtem Feinsand und das muss nicht heißen, dass es sich um eine ergiebige Schicht handelt.

Der Umstand, dass in der Nachbarschaft nur Schachtbrunnen bekannt sind, sagt auch schon so einiges...

Was das Verfüllen des Bohrloches angeht: beim Ziehen der Rohrtour dürfte der überwiegende Teil des Bohrloches sich schließen durch nachrückendes Material (Ton/Lehm) lediglich der obere Bereich wäre ggf. zu verfüllen und den Abschluss dann mit Ober-/Mutterboden.

Gruß
Florian
Bunnenrohr
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Re: Brunnenbohrung im Hegau - Wie würdet ihr weitermachen?

#5

Beitrag von Bunnenrohr »

Hallo Florian,

aktuell ist noch gar kein Rohr eingebaut.

Das Bohrloch bleibt zwar sehr stabil, was vermutlich daran liegt, dass der Boden etwa aus 20 % Lehm und 80 % Ton besteht. :/

Leider steigt der Wasserpegel bisher auch nicht nennenswert an. Deshalb komme ich zunehmend zu dem Schluss, dass das mit dem Brunnen vermutlich nichts wird.

Wirklich schade!

Gruß
Christoph
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Eriberto
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Re: Brunnenbohrung im Hegau - Wie würdet ihr weitermachen?

#6

Beitrag von Eriberto »

Hallo Christoph,

da habe ich mich glatt verlesen! Ich hatte irgendwas mit 125er Rohr in das du ein 100er stellen wolltest angenommen... Wer lesen kann ist klar im Vorteil.

Leider bestätigt dieser Umstand meine Aussage. Hättest du in den bisher ca. 8,5m Tiefe Wasser, wäre das Loch schon längst zugequollen, da Lehm/Ton in Verbindung mit Wasser eine schöne Pampe ergibt. Das dein Bohrloch bis in diese Tiefe stabil bleibt ist somit ein 'schlechtes Zeichen', zumindest für einen Bohrbrunnen.

Und die von dir angesprochene Wasserlinse meint ja lediglich punktuelle Wasseransammlungen im Untergrund. Das du eine von diesen triffst, wäre schon ein echter Glückstreffer, worauf ich mich an deiner Stelle aber nicht versteifen würde...
Gruß
Florian
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