Mit DN115 im Feinsand

Grundwasseranfang in jeder Tiefe möglich

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lutzsu
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Mit DN115 im Feinsand

Beitragvon lutzsu » So 8. Jul 2018, 23:08

Liebe Freunde des Brunnenbaus,

für mein Projekt habe ich bei unbekannter Bodenbeschaffenheit ein DN115 Brunnenrohr in den Boden getrieben. Ich bin jetzt bei einer Tiefe von 14m und habe bisher leider nur feinen Sand gefunden (weniger als 1% der Körner sind größer als 0,3mm). Ich habe nun schon einiges zum Thema Feinsand gelesen - man hätte natürlich mit einem größeren Rohrdurchmesser arbeiten sollen, aber wie immer ist man nachher immer schlauer als vorher. Da ich nun keine Rohre mehr habe, muss ich nun überlegen, wie es weitergeht. Die von mir favorisierte Variante wäre nun, ein DN80-Rohr in das DN115er zu stellen und das DN115er danach zu ziehen. Folgende Fragen stellen sich mir noch:

Ich bin nun bei 14m und das Grundwasser steht bei einer Tiefe von 5,90m. Wenn man nicht noch tiefer geht, könnte man die Rohre so aufbauen: 0,5m Sumpfrohr, 5m Feinsandfilter, der Rest Vollrohr, sodass man z.B. mit einem Hauswasserwerk noch bei 8m-8,5m Tiefe ansaugen könnte. Ist es sinnvoll, noch tiefer zu gehen und die Filterstrecke noch länger zu machen? Wenn ja, wie lang (Ich möchte den Garten mit dem Brunnen bewässern - würde natürlich gerne noch das Maximum aus den Umständen - Feinsand / nur DN80 herausholen)? Oder gilt einfach die Formel viel hilft viel?

Ist etwas Grundsätzlich falsch, oder könnte man etwas besser machen?

Viele Grüße,

Lutz
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Plunschmeister
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Re: Mit DN115 im Feinsand

Beitragvon Plunschmeister » Mo 9. Jul 2018, 09:59

Moin Lutz,
bei der Filterstrecken - Konfiguration, hast du m.E. zu wenig Wasser über Filter.
Du kannst die Filterstrecke auch anders konfigurieren. Sumpfrohr weglassen. Bodenkappe, 2 m Feinsandfilter, 1m Vollwandrohr, 1 m oder 2 m Filter, bis oben Vollrohr. Den Saugschlauch oder eine 2,5 Zoll Tiefbrunnenpumpe hängst du dann in das Vollrohr in die Filterstrecke.
Inwieweit der Wasserspiegel beim Pumpen abfällt, kann dir keiner sagen.
„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft" Jules Verne (1870)
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Gruß PM

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Re: Mit DN115 im Feinsand

Beitragvon lutzsu » Mo 9. Jul 2018, 20:14

Moin Plunschmeister,

die Filterstrecke zum Pumpen zu unterbrechen ist natürlich eine Welt-Idee! Genau so werde ich es machen - besten Dank dafür!!

Viele Grüße,

Lutz

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Re: Mit DN115 im Feinsand

Beitragvon lutzsu » Di 31. Jul 2018, 09:44

Moin zusammen,

ich habe nun mein Projekt erfolgreich abgeschlossen. Ich bin mit dem DN115 noch auf 15m Tiefe gegangen und habe dann DN80 mit 5m Feinsandfilter von Lotze reingestellt, wobei ich die Filterstrecke in der Mitte unterbrochen habe für die Tiefbrunnenpumpe - genau wie von Plunschmeister vorgeschlagen. Die telefonische Beratung über Feinsandfilter bei Lotze war auch nochmal sehr hilfreich! 5m Feinsandfilter sind zwar nicht günstig, aber man hat ja nur einen Versuch und viel hilft viel, dachte ich!

Nachdem die Tiefbrunnenpumpe an der richtigen Position hing, habe ich erstmal vorsichtig angepumpt und sukzessive die Wassermenge erhöht. Jetzt bewässere ich damit schon seit einer Woche täglich 4h den Garten und habe Wasser ohne Ende - genau wie ich mir das vorgestellt hatte...nee, sogar noch besser! :-) Als nächstes Projekt wird nun die automatische Gartenbewässerung Marke Eigenbau in Angriff genommen...

Ich möchte mich an dieser Stelle auch unbedingt noch ganz herzlich bei allen bedanken, die Beiträge in dieses Forum geschrieben haben. Das zu lesen ist nicht nur sehr interessant, sondern hilft auch ungemein! Hier ist wirklich extrem umfangreiches Wissen nicht nur in den Köpfen vorhanden, sondern auch sehr viel davon niedergeschrieben! Einen ganz herzlichen Dank natürlich auch an Plunschmeister - deine schnellen Ratschläge waren wirklich überragend und haben mir sehr geholfen!!

Viele Grüße,

Lutz
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Eriberto
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Re: Mit DN115 im Feinsand

Beitragvon Eriberto » Di 31. Jul 2018, 09:48

Hallo Lutz,

Glückwunsch zum erfolgreichen Abschluss! Wäre klasse, wenn Du noch ein, zwei Fotos beitragen könntest. Fürs 'Familienalbum', sozusagen... :D
Gruß
Florian
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Plunschmeister
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Re: Mit DN115 im Feinsand

Beitragvon Plunschmeister » Di 31. Jul 2018, 11:19

Hallo Lutz,
schön, dass wir dir bei der Erstellung deines Brunnens behilflich sein konnten. Noch erfreulicher ist natürlich, dass uns deine Rückantwort genau an diesem Tag erreicht:
5 Jahre brunnen-forum.de

Welche Brunnenpumpe hast du denn nun eigentlich verbaut?
Für andere User ist das natürlich auch immer interessant! Wie bist du mit dieser TBP zufrieden etc.
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Gruß PM

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Re: Mit DN115 im Feinsand

Beitragvon lutzsu » Di 31. Jul 2018, 14:00

Moin zusammen,

na das mit dem Jubiläum passt ja wirklich gut. :) Fotos habe ich leider nicht so viele gemacht...ich habe den Brunnen komplett alleine gebaut und da kommt sowas leider viel zu kurz - man ist ja meistens voll mit Dreck und Schlamm und das Handy hat auf der Baustelle dann nix verloren. Meine Frau wollte ich danach besser nicht fragen - die hat eh immer nur gedacht: Da drückt sich einer vor der Kinderbetreuung und bekommt es eh nicht hin...also besser kein Öl ins Feuer gießen :P

Aber ein paar Fotos habe ich dann doch mal gemacht...am Anfang war die Baustelle noch eher gefährlich, danach habe ich dann doch ein anständiges Gerüst gebaut und eine starke Winde über dem Rohr positioniert. Das war Gold wert, denn die Kiespumpe ist schon das eine oder andere Mal unten hängen geblieben, aber die Winde konnte sie dann immer wieder hochziehen:

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Bild

Die Auswahl an Tiefbrunnenpumpen ist ja bei 2,5 Zoll sehr begrenzt. Ich habe folgendes Modell gekauft: 2,5"-Brunnenpumpe BRUNNEN-STAR 550-5 von profi-pumpe.de dazu noch einen Vorfilter von Agora-Tec, der 8 bar verträgt (hatte erst einen anderen - bei dem ist die Dichtung jedes Mal beim Anpumpen rausgeflogen --> Wer billig kauft, kauft zweimal...) und einen Durchflusswächter PRESFLO-2-VARIO® - Automatic-Controller. Bisher bin ich total zufrieden - Wasser ohne Ende, konstant hoher Druck. Jetzt bin ich mal auf die Langlebigkeit gespannt - ich fand sie ja eigentlich recht günstig...

Der nächste Schritt wird jetzt sein, die Automatisierung der Gartenbewässerung voranzutreiben. Hier habe ich vor, 24V Magnetventile über Relais per WLAN zu steuern und das ins Homekit einzubinden...aber das ist wie gesagt ein neues Projekt und hat mit dem Brunnenbau nur am Rande zu tun.

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Re: Mit DN115 im Feinsand

Beitragvon McFly » Di 31. Jul 2018, 14:27

lutzsu hat geschrieben:.....
Der nächste Schritt wird jetzt sein, die Automatisierung der Gartenbewässerung voranzutreiben. Hier habe ich vor, 24V Magnetventile über Relais per WLAN zu steuern und das ins Homekit einzubinden...aber das ist wie gesagt ein neues Projekt und hat mit dem Brunnenbau nur am Rande zu tun.


Wäre nett wenn du das irgendwo beschreiben könntest, das würde ich mir dann evtl auch bauen ;)
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Eriberto
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Re: Mit DN115 im Feinsand

Beitragvon Eriberto » Di 31. Jul 2018, 15:05

Hallo Lutz,

Danke für Dein Bilderposting!
Zum Thema Automation: ist zwar nicht wirklich das hiesige Kernthema, aber wie MCFly schon geschrieben hat, sicher für viele sehr interessant. Insofern, wenn es Deine Zeit und Lust zulassen, würde ich mich ebenfalls über eine diesbezügliche Doku freuen 8-) ...
Gruß
Florian

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Re: Mit DN115 im Feinsand

Beitragvon lutzsu » Di 31. Jul 2018, 18:35

Moin zusammen,

das mache ich gerne, kein Problem. Was ich für mich bauen möchte, wird wohl sehr aufwändig werden, wenn man es komplett nachbauen möchte. Die grundsätzliche Basis dafür (wie man smarte Geräte ins Homekit von Apple einbinden kann) habe ich für mich schon gebaut und auch im Einsatz. Das ist auch an anderer Stelle schon sehr gut beschrieben und man kann es nachbauen, wenn man ein paar IT-Kenntnisse mitbringt:

https://smartapfel.de/homebridge/

Als Hardware braucht man dafür einen Raspberry Pi, den man sich zuhause ins Netzwerk hängt. Die Steuerung der Magnetventile möchte ich über ein Relaismodul vornehmen. Hier mal ein Link auf die Seite des chinesischen Herstellers - es gibt sie aber auch bei anderen namhaften Online-Shops:

https://www.itead.cc/smart-home/sonoff-4ch-pro.html

Damit man dieses Modul nun ohne die App des Herstellers steuern kann (das ist ja eigentlich das blöde an Smart Home-Geräten: Jeder Hersteller hat seine eigene App und Steuerung und man kann die Geräte nicht miteinander verknüpfen) muss man das Gerät flashen und eine andere Software darauf spielen. Wenn man das macht, sollte man sich damit aber besser etwas auskennen und Spaß an so kleinen Fummeleien haben. Mindestens wenn man das Gerät mit 230 V betreiben möchte, sollte man sich das auch zutrauen oder sich der Risiken bewusst sein...Falls sich das jemand fragt: Herstellerseitig ist das nicht verboten - ob eine andere Vorschrift dagegen spricht, kann ich nicht sagen. Was ich lediglich sagen kann ist: Es funktioniert! :P

Wie man das macht, ist hier sehr gut beschrieben:

https://github.com/arendst/Sonoff-Tasmota/wiki

Ach ja: Später muss das Ding in der Nähe der Magnetventile stehen und ein WLAN erreichen können. Bei mir ist das in der hintersten Ecke des Gartens, sodass ich vermutlich eine Brücke per Powerline bauen werde.

Dann muss man sich noch einen MQTT Server z.B. Mosquitto auf seinem RaspberryPi Installieren - dazu gibt es diverse Tutorials - alle führen zum Ziel...
...und man installiert sich folgendes Plugin für homebridge: https://www.npmjs.com/package/homebridg ... ch-tasmota. Wenn man das nun entsprechend konfiguriert, hat man im Homekit die entsprechenden Schalter, um die vier Releais des Sonoff zu schalten.

Jetzt beginnt der Teil den ich auch zum ersten mal machen werde: Die Magnetventile ansteuern. Gängige Magnetventile werden mit 24V AC betrieben. Man nimmt dafür am besten einen Klingeltrafo (sollte die günstigste Variante sein) mit ausreichender Leistung (Je nachdem, ob man die Ventile gleichzeitig schalten und/oder offen halten möchte). Den klemmt man nun an die Relais (ich werde das dann nochmal fotografieren, wenn ich soweit bin) ebenso wie jeweils ein Ventil pro Relais.

Schon sollte man sie im Homekit steuern können...ich bin mir sicher: Es wird funktionieren...irgendwann! :P

Aber es gibt natürlich auch Varianten mit denen man das ganze auch stark vereinfachen kann. Man könnte z.B. auch einfach einen 230V - Zwischenstecker nehmen, der sich per WLAN schalten lässt. Darein steckt man ein Netzteil, welches 24VAC erzeugt und schließt da einfach jeweils ein Magnetventil an. Wenn man mehrere Ventile hat, bräuchte man natürlich leider mehrere Netzeile und Zwischenstecker...dafür ist das vergleichsweise einfach aufzubauen.

So, alles ein bisschen Off-Topic, aber ihr habt es so gewollt...ich hoffe, es ist halbwegs vollständig beschrieben, wie man da hin kommen könnte. Sobald es bei mir losgeht, werde ich das dann hier nochmal entsprechend dokumentieren.

Viele Grüße,

Lutz

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